Bevormundung der Eltern durch den Staat

Der Artikel von Christine Brand in der heutigen NZZ am Sonntag spricht mir aus dem Herzen (Ch. Brand: „Staatliche Verbote für Kinder entmündigen die Eltern“, NNaS, S. 17). Wie ist es möglich, dass in der Schweiz über eine Lizenz zum Hüten von Kindern überhaupt diskutiert wurde, und das auf höchster politischer Ebene? Wie kann es sein, dass sogar noch junge Teenager im Auto theoretisch auf einem Kindersitz Platz nehmen sollten, diese Vorschrift aber bei den Kidz in den meisten Fällen gar nicht mehr durchsetzbar ist? Wer kann erklären, dass gerade im Konsumbereich vieles verboten wird, von dem bekannt ist, dass es im Verbotenen auf junge Menschen noch viel attraktiver wirkt und es deshalb noch viel häufiger (dann zwar illegal) konsumiert werden wird?

Liegt es an unserer zeitgeistiger Verunsicherung in Bezug auf die Risiken und Gefahren des Alltags, dass wir in jedem Gesetz, jeder Verordnung und jedem Paragraphen Halt, Schutz und/oder Rettung suchen? Oder hat womöglich unser politisches System Schuld, das sich permanent rechtfertigen muss, indem es Lebensbereiche durchreguliert, immer unter dem Vorwand des Schutzes und Wohls unserer Kinder? Wo bleibt der gesunde Menschenverstand? Wo die Eigenverantwortung der Eltern, deren Aufgabe es u.a. ist, im Laufe der Jahre diese ihren Sprösslingen weiter zu geben?

Als Kantonsrätin würde ich mich für die Abschaffung solcher unsinniger Bestimmungen einsetzen, sie im Entstehen zu vernichten versuchen. Eltern und Kinder brauchen keine staatliche Bevormundung, weder im erzieherischen, schulischen noch verkehrs- und sicherheitstechnischen Bereich. Familien und insbesondere Kinder brauchen freie Lebensräume, viel gute Luft zum Durchatmen und Lebensfreude, also alles, was durch die Existenz von Regulitis in Gefahr gebracht wird.

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